Impression der Seminarreise auf die kleinen Antilleninseln:

Dominikanische Republik - Martinique - Sint Maarten - Dominica und Gouadeloupe
auf der "Mein Schiff" vom 15. bis 23. Januar 2010

Mein Schiff BEST jpg-Bericht


Es geht los - Abfahrt in La Romana / Dominikanische Republik

Mein Schiff





Mein Schiff Celine Mein Schiffzeigt uns die Schönheiten von Martinique und hat Spaß dabei                        









                                        Ob das Schild Morgen auch noch steht... - oder Übermorgen...?



Mein Schiff

Wasserfälle mit warmen Vulkan-                                              
wasser finden sich auf Dominica                                             
  













Mein Schiff
Mein Schiff
Einmal in einer Originalregatte des
America´s Cup segeln (vor St. Marteen)








Da heißt es auch mal anpacken                                                                                                                                                      










Strand des Club Med auf Martinique - auch das ist die Europäische Union...

Mein Schiff






Impressionen über den 6. TUI-Marathon auf Mallorca 18. Okt. 2009

Mit 45 auf 42,195 Kilometer


Im Frühjahr diesen Jahres – ich glaube nicht, dass es schon mein zweiter war – war mir danach in diesem Jahr
eine sportliche Herausforderung  zu suchen - etwas Besonderes zu machen. Nur was? Es fehlte mir die
Inspiration. Da kam mir doch dieser flyer der TUI über deren Marathon auf Mallorca in die Hände, und ich
dachte mir, dass wär doch gerade recht: Als Touristiker sich mal wieder Mallorca anschauen, die Strecke schaut
super aus - nicht so viele Höhenmeter und Du kannst Dir mal die Stadt Palma beim Durchlaufen mal
aus einem anderen Blickwinkel genauer ansehen, sozusagen eine „citytour by foot“  und vor allem…  
Es ist noch viel, viel Zeit bis Mitte Oktober!



TUI Marathon
Noch 42.195 Meter bis ins Ziel...


Als sich dann auch noch ein alter Schulfreund überreden ließ ebenfalls mitzulaufen, war die Sache geritzt.
Also Anmeldung rausschicken, Hotel buchen und dann sich langsam auf das Training vorbereiten.
Als alter Hase (ich bin vor fünf Jahren schon einmal in Berlin den Marathon gelaufen und kenn mich also voll aus!)
wusste ich, dass mit einer einigermaßen guten Grundkonstellation ein 10-wöchiges Trainingsprogramm
für das mir selbst gesteckte Ziel unter 4 Stunden zu bleiben, eigentlich ausreichend sein sollte. Das hieß, dass
das eigentliche Training erst Anfang August zu beginnen hatte. Also immer noch viel Zeit bis dahin…

Als es dann allerdings soweit war und die Tage wieder kürzer wurden, wollte sich so eine richtige Trainingsmotiva-
tion leider nicht einschleichen. Mal war der Tag zu schön um noch laufen zu gehen, mal war das Wetter zu feucht
um jetzt noch in den Wald zum Joggen zu gehen oder eben sonst irgendwas. Na ja, als erfahrener Marathoni
(siehe oben) wusste ich ja, dass Marathon auch und vorallem eine Kopfsache war, und so entschloss ich mich,
dass auch 8 Wochen Training ausreichen sein sollten und wartete auf meinen Kopf bzw. auf die entsprechende
Inspiration im selben.
Leider kam sie auch noch nicht so richtig nach der 8. und auch nicht nach der 7. Woche vor
dem countdown, und ich schleppte mich eher mühsam von einer Trainingseinheit zur nächsten. Es kam aber
etwas anderes, dass ich in dieser Form so noch nicht erlebt hatte, und es kam vor allem vom anderen Geschlecht:
 
„Warum müsst ihr Männer in diesem Alter Euch noch solche Sachen vornehmen?“ war die eher leichter zu
erklärende Frage. „Es ist die Freude an der Bewegung, sicherlich die Herausforderung aber auch einfach die
Zufriedenheit etwas getan zu haben“ war meine Antwort. Diffiziler und irritierender aber waren die wortlosen, etwas
verständnislosen, aber vor allem mitleidigen Blicke (in diesem Fall ausnahmslos aus der weiblichen Umgebung).
„Steht dieser arme Mann nun doch auch in der midlife crisis – ach, er kann einem irgendwie leid tun.“
Dieser Brocken war – gerade da er unausgesprochen blieb – doch viel irritierender und eben nicht angreifbar.
Und hiergegen war nun wirklich schwer anzukommen. Vielleicht stimmt es ja doch, dass eine Frau einfach
nur sein, ein Mann aber immer werden kann.
 

Aber es half alles nichts. Es hieß nun endlich konzentriert mit dem wöchentlichen Trainingsprogramm
– mit oder ohne Inspiration - zu beginnen. Und es lief eigentlich auch recht gut: 2-3 Trainingläufe über 1 bis
1 ½ Stunden in der Woche, und sich auch mal bei kleinern Wettkämpfen zwischen 10 und 28 Kilometer ein
wenig zu testen. Bis Mitte September plötzlich die Achillessehne vermehrt zu schmerzen begann. Aber
auch hier hieß es nun durch zu starten, auch wenn die verständnislosen und mitleidigen – und vor allem
wortlosen(!) Blicke dadurch nicht weniger wurden…


Doch dann hieß es schon bald – und plötzlich viel zu früh – das Täschchen mit den Laufschuhen und den
restlichen Utensilien zu packen und sich auf nach Mallorca zu machen.
Und dann kam der große Tag:
Die am Vorabend angebotene obligatorische Pastaparty lies ich ausfallen, ich war einfach viel zu aufgeregt
hierfür die nötige Lockerheit mitzubringen. Gott sei Dank war es am Wettkampftag mit 14 Grad Lufttemperatur
morgens überraschend frisch unterhalb der Kathedrale „La Seu“  wo um 9:00 Uhr in Höhe des Parc de Mar
der Start erfolgen sollte - und auch schon der Zieleinlauf aufgebaut war…

Die Strecke führte zunächst dem Hafen entlang Richtung Süden und in der zweiten Straßenreihe zurück in die
Altstadt von Palma, wo dann die einzigen nenneswerten Höhenmeter zu erlaufen waren. Na ja, aus der mir
so vorgestellten  „citytour by foot“ wurde es dann für mich leider doch nichts. Ich war viel zu sehr mit mir selbst
beschäftigt, als noch die Altstadt Palmas mit seinen mittelalterlichen  Kathedralen, Plazas und alten Gassen
bewundern zu können, und war eher froh einigermaßen die Orientierung halten zu können. Nach Kilometer 20
trennten sich dann auch die Halbmarathonies (was ich sehr bedauerte, da ich die letzten Kilometer
gemeinsam mit einer Teilnehmerin lief die mir vom Tempo und der Optik doch angenehm war) und es hieß
für die angemeldeten 1348 Marathonie (oder was zu diesem Zeitpunkt noch von Ihnen übrig war) die wohl un-
attraktivste Strecke zwischen Palma und S`Arenal, welcher in zweiter Straßenreihe zum Strand verlief, hinter
sich zu bringen. Bei Kilometer 30 war dann auch der Wendepunkt und von nun an ging es nur noch zurück,
was psychologisch doch noch mal ein Ansporn war. Leider folgten meine Beine jedoch nicht meinem nun
endlich inspirierten Kopf und so überholten mich einer nach dem anderen Teilnehmer und lief  an mir vorüber.
Bis mir dies aber schließlich auch egal wurde und die persönlichen Ziele sich änderten: „Einfach nur durch-
kommen und nur nicht stehen bleiben, einfach, einfach nur weiterlaufen.“ Es kam die Angst vor „der Mauer“,
dem berühmten „Mann mit dem Hammer“, der Dir jegliche Kraft und den Mut raubt -  man wird demütig.

Das Ziel, die Kathedrale La Seu  war erstmals bei Kilometer 39 zu sehen und jetzt war es klar: „Ja, das Ziel
wird erreicht – wenn die Sehnen, die mehr und mehr zu schmerzen begann nur halten“. Und die Mallorcinies
taten auf den letzten Kilometern das ihrige dazu die Teilnehmer zu motivieren. Es wurde geklatscht,
gejubelt, begeistert ermuntert – man wurde ins Ziel getragen.   
 



 

Das Ziel vor Augen...


Und doch wurden die letzten Kilometer auf seltsame Weise immer länger - und dann auch noch diese letzte
500 Meter lange Schlaufe, die von „La Seu“ wieder weg und danach erst wieder zu ihr hin führte erschien
unendlich lange. Doch die Beine bewegten sich automatisch und wurden getragen von den exzessiven
Anfeuerungsrufen und der Stimmung der Einheimischen wie auch der Gäste und Urlauber. Ich spürte das
„runner´s high“, den vollkommen Frieden mit den Dingen, die Endorphine – die Glückshormone – schütteten sich
aus wie wild, und dann endlich der erlösende letzte Piepser der Zeituhr: „Pieeeeep“ – 3:47:31 h.
 

Das Gefühl, was mich in diesem Moment überkam lässt sich schlecht beschreiben. Es hat etwas mit Glück,
mit Schmerz und mit – ja vielleicht "heimkommen" – zu tun. Die Augen werden feucht und als ich mich zu Hause 
bei der Familie meldete, bildeten Tränen und Lachen eine ungewohnte Symbiose. Da ist es also wieder, das
Kind im Manne! Ja schon allein für dieses Gefühl hat sich der Aufwand der letzten Wochen gelohnt!


Die am Abend stattgefunden „after-race-Parts“ mit Jürgen Drews fiel für mich jedoch aus – dafür war ich
an diesem Abend einfach schon - zu alt!